Schein oder Sein? Sport zwischen Social Media und Realität

Schein oder Sein? Bewegung zwischen Social Media und Realität

 

Wer mir auf Social Media folgt, könnte leicht denken, ich sei besonders sportlich:

ein Schwimmkurs hier, eine Joggingrunde da und am nächsten Morgen um 6 Uhr schon im Fitnessstudio. Aber bin ich wirklich so sportlich oder ist es mehr Schein als Sein?

Die Wahrheit hinter dem Instagram-Moment

Die Wahrheit ist, die Einblicke auf Instagram sagen eigentlich fast nichts aus.
Social Media zeigt Sekunden – keine Zusammenhänge, keine Dauer, kein Tempo, keine Anstrengung.

Man sieht meist weder, wie lange ich trainiere, noch wie weit ich joggen gehe oder wie intensiv das Ganze wirklich ist. Man sieht nur einen Moment. Und dieser Moment wirkt oft grösser, disziplinierter und sportlicher, als er in Wirklichkeit ist.

 

Ja, ich gehe früh ins Fitnessstudio. Aber ich bleibe nicht lange. Ich bin um 6 Uhr dort und um 7 Uhr bereits geduscht bei der Arbeit. Für ein grosses Workout bleibt da schlicht keine Zeit. Und beim Joggen geht es mir schon lange nicht mehr darum, schneller oder weiter laufen zu können. Leistung spielt für mich kaum noch eine Rolle. 

Um was es mir beim Sport geht

Ich jogge schon seit vielen Jahren und habe immer mal wieder an Wettkämpfen teilgenommen, obwohl ich mich nicht als Ehrgeizig bezeichne. (Mehr dazu im Blog "Dauernd an Wettkämpfen aber kein Ehrgeiz"). Ich bewege mich gerne, weil mir die Bewegung gut tut. Als ich vor einigen Monaten noch den Satz gehört habe "du musst nicht meinen, du kannst mit 80 Jahren Treppen laufen, wenn du es jetzt nie tust" hat das bei mir nochmals etwas ausgelöst. Es ist meine Motivation für noch mehr Bewegung. Egal wie lange. Egal wie intensiv. Hauptsache, ich tue etwas. Deshalb habe ich einen Schwimmkurs gemacht und Kraulen gelernt und gehe neu auch ins Fitness. 

Der Mythos vom „richtigen“ Training

Viele von uns tragen immer noch diesen Gedanken mit sich herum: Wenn ich nicht mindestens eine Stunde trainieren kann, lohnt es sich gar nicht. Auch ich habe früher so gedacht. Heute sehe ich das anders. Selbst 10 oder 15 Minuten aktive Bewegung machen einen Unterschied. 

In der Summe zählt nicht das einzelne perfekte Training, sondern die Regelmässigkeit. Kleine Einheiten, die sich in den Alltag einfügen, sind oft nachhaltiger als grosse Pläne, die am Ende aufgrund Zeitmangel scheitern. Und ja, so quäle ich mich mind. 1 x in der Woche in der Früh ins Fitnessstudio für eine kurz Einheit an den Fitnessgeräten. Denn die Wahrheit ist auch, dass ich mich zuhause einfach gar nicht motivieren kann, ein paar Kniebeugen oder Liegestützen zu machen - obwohl das ja nochmals einfacher und zeitsparender wäre. 

Warum ich das überhaupt teile

Wenn ich auf Social Media teile, dass ich joggen gehe oder im Fitnessstudio bin, dann nicht, um zu zeigen, wie diszipliniert ich bin. Sondern mit der Absicht vielleicht jemanden anzuregen es mir gleich zu tun. 

Ein letzter Gedanke

Zusammengefasst ja, ich bewege mich viel aber ich habe auch eine sehr faule Seite in mir. So stehe ich z.B. im Büro nie, obwohl ich ein Stehpult habe, da ich dafür schlichtweg zu faul bin. Auch in anderen Hinsichten bin ich sehr bequem. 
Vergleiche dich deshalb nicht mit anderen - schon gar nicht, wenn du nur ein Bruchteil ihres Lebens mitbekommst. Fühle dich nicht schlecht, wenn du langsamer oder weniger weit läufst als andere sondern sei stolz auf dich, bei dem was du tust. Vielleicht hast du ja viel mehr Alltagsbewegung als ich und bist dadurch insgesamter fitter. Wer weiss.

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