Eigentlich bin ich der Meinung: Beim Essen sollte man nicht sparen. Essen ist der Brennstoff für unseren Körper. Es beeinflusst unsere Energie und langfristig auch unsere Gesundheit. Und doch kann man beim Essen viel Geld sparen – abhängig davon, was man isst. Nicht durch Verzicht, sondern durch bewusste Entscheidungen im Alltag.
Das Frühstück entscheidet mehr als man denkt
Das Sparpotenzial beginnt bereits am Morgen. Ein Kaffee oder Matcha ist zu Hause in wenigen Minuten zubereitet und kostet nur wenige Rappen. Unterwegs gekauft kostet er schnell mehr als fünf Franken. Rechnet man das auf ein Jahr hoch, kommt man problemlos auf den Preis einer guten Kaffeemaschine, welche man länger als nur ein Jahr nutzt.
Ähnlich verhält es sich beim Frühstück selbst. Ein Müesli unterwegs kostet ebenfalls fünf Franken oder mehr. Zu Hause zubereitet ist es deutlich günstiger und die Zubereitung nimmt auch nicht viel Zeit in Anspruch, gerade wenn man es für zwei oder drei Tage vorbereitet.
Wer Inspiration sucht, wie sich ein solches Frühstück einfach und abwechslungsreich vorbereiten lässt, findet auf meiner Seite mit Frühstücksideen verschiedene Anregungen für den Alltag.
Vielleicht gehörst du aber zu den Menschen, die Brot oder ein Sandwich einem Müesli vorziehen. Ein Brötchen allein kostet nicht viel aber mit der Zeit summieren sich auch diese Kosten, gerade wenn man es täglich beim Bäcker kauft. Noch stärker ins Gewicht fällt es, wenn man zum Sandwich greift. Mit etwas Vorbereitung lässt sich auch hier mit wenig Aufwand spürbar Geld sparen.
Beim Brot selbst hängt die Frage, ob sich Selbermachen lohnt, stark vom jeweiligen Produkt ab. Ein einfaches Brot lässt sich zu Hause sehr günstig und unkompliziert herstellen.
- Tipp: Brötchen oder einzelne Brotscheiben einfrieren, am Morgen kurz in der Heissluftfriteuse oder mit dem Toaster auffrischen, während man sich für den Tag bereit macht.
Je nach Brotsorte und verfügbarer Zeit kann die Zubereitung aber eine nicht zu unterschätzende Herausforderung sein. Aufwändigere Brote, die mehrfach gefaltet und gedehnt werden müssen und lange Gehzeiten haben, erfordern Planung, was eine Challenge bis fast unmöglich sein kann, wenn man z.B. berufstätig ist oder auch sonst viel unterwegs.
Einige Brote treiben diesen Aufwand nochmals weiter. Die sehr beliebten Sauerteigbrote, verlangen nicht nur beim Backen selbst, sondern bereits im Vorfeld Aufmerksamkeit. Für mich persönlich lohnt es sich nicht, über Wochen hinweg einen Sauerteig zu füttern, um nur ab und zu ein Sauerteigbrot zu backen. Ich müsste zu oft davon wegwerfen. Wer jedoch sehr regelmässig solches Brot isst, für den kann sich dieser Aufwand durchaus lohnen – auch finanziell.
Ganz unabhängig davon, welches Brot man backt, bleibt ein Mehrwert aber immer gleich: die Freude über den Moment, in dem es perfekt aufgegangen ist, die Kruste, die beim Anschneiden knistert, und das Gefühl, etwas Eigenes geschaffen zu haben. Mehr zum Thema: Kaufen oder Selbermachen? Warum der zweite Weg unserer Seele guttut
Gerade weil das Frühstück eine tägliche Gewohnheit ist, empfinde ich es als einen der grösseren Hebel, um im Alltag zu sparen.
Wenn sich der Aufwand nicht rechnet
Um beim Frühstück zu bleiben: Naturjoghurt lässt sich zwar sehr einfach selbst herstellen, einen finanziellen Vorteil erzielt man damit jedoch kaum. Der Mehrwert liegt vielmehr in der Frische und im Vergleich zu industriell gefertigten Produkten, die durch ihre Verarbeitung zwar länger haltbar sind, beim Joghurt jedoch oft weniger gesunde Bakterien enthalten.
Teigwaren sind ein weiteres Beispiel dafür, dass sich Selbermachen nicht in jedem Fall rechnet. Zwar sind die Zutaten günstig, und mit einer Nudelmaschine ist frische Pasta relativ schnell hergestellt. Fertigteigwaren werden jedoch sehr effizient industriell produziert und sind rein aus finanzieller Sicht kaum zu schlagen. Selbstgemachte Pasta ist ohne Frage etwas Besonderes und geschmacklich etwas anderes – aber eben eher ein Genussprojekt als eine Sparmassnahme.
Der zeitliche Aufwand spielt oft eine eine zentrale Rolle. Selbermachen lohnt sich nur, wenn es zeitlich in den eigenen Alltag passt.
Aus diesem Grund gibt es bei uns im Alltag durchaus Fertigprodukte. Selbermachen ist für mich nicht immer eine Frage des finanziellen Lohnes, sondern oft auch eine Frage der zeitlichen Möglichkeiten. Wir entscheiden bewusst, wo sich der Aufwand für uns im Verhältnis zu Kosten, Zeit und Nutzen lohnt – und wo beziehungsweise wann nicht.
Mehr zum Thema im Blog: Selbermachen oder kaufen
Mehr zu selbstgemachter Pasta findest du hier
Warum Selbermachen mehr ist als Sparen
Diese bewussten Entscheidungen betreffen nicht nur einzelne Produkte, sondern verändern mit der Zeit den Blick auf Essen insgesamt. Selbermachen ist mit der Zeit nicht nur eine Frage des Sparens, sondern auch eine Frage der Inhaltsstoffe.
Ich habe früher häufiger zu Fertiggerichten gegriffen, vor allem am Mittag, und mochte sie auch. Irgendwann habe ich angefangen nur noch Essen von zuhause mitzunehmen - aus finanziellen Gründen. Seit ich die Fertigmenus kaum noch esse, schmecken sie mir auch immer wie weniger. Nicht, weil sie schlechter geworden sind, sondern weil sich mein Geschmack verändert hat. Ich habe das Gefühl, mein Körper zeigt mir heute klarer was ihm guttut. (Ausser beim Snacken... Die Lust nach Chips und Süssem wie Schokolade ist ein anderes Thema. Mehr dazu: Snacking: Warum wir naschen und wie es gesünder geht)
Wer öfter selbst kocht und Mahlzeiten vorbereitet, entscheidet sich automatisch häufiger für unverarbeitete Lebensmittel. Weniger Zucker, weniger Zusatzstoffe, weniger versteckte Fette. Der finanzielle Effekt ist dabei nur der Nebeneffekt.
Sich bewusst etwas Gutes tun
Bei all dem Thema Sparen ist mir eines aber wichtig: Man soll sich zwischendurch etwas gönnen – ja, sogar täglich. Sich etwas Gutes zu tun ist kein Widerspruch zu einem bewussten Umgang mit Geld.
Der Unterschied liegt nicht im Ob, sondern im Wie. Sich etwas Gutes zu tun bedeutet, etwas bewusst zu machen. Das kann ein Kaffee unterwegs sein oder ein Gipfeli vom Beck, auf das man sich freut. Es kann aber genauso gut bedeuten, sich für etwas bewusst Zeit zu nehmen, z.B. das Essen speziell anzurichten: Blogg-Tipp: Zwischen kreativer Spielwiese und Bühne
Gerade weil wir uns regelmässig etwas gönnen, lohnt es sich, die alltäglichen Gewohnheiten zu hinterfragen. Nicht alles muss selbst gemacht werden. Entscheidend ist, zu erkennen, wo Bequemlichkeit teuer ist und wo Selbermachen ohne grossen Mehraufwand Mehrwert bringt.
Sparen beim Essen heisst für mich deshalb nicht, möglichst wenig auszugeben, sondern bewusst zu entscheiden: wann es sich lohnt, selbst zu machen und wann Kaufen sinnvoller ist – und wo beides gleichermassen gut tut.








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